Konstruktiver Umgang mit einer Krise

02. Februar 2021 / Allgemein
Resilienz

Eine akute Krise stellt uns vor grosse Herausforderungen. Wir fühlen uns hilflos und sehen keinen Ausweg. Unser seelisches und manchmal auch physisches Gleichgewicht geht verloren. Gut zu wissen: die meisten Krisen haben einen fast gleichen Ablauf: Schock, Reaktion, Bearbeitung und Neuorientierung. Es braucht also das Tal der Tränen, bevor es wieder aufwärts geht. Wie schnell dieser Prozess geht, können wir oft selbst beeinflussen.

Das Wort „Krise“ stammt aus dem Griechischen. Ursprünglich hatte es dort die Bedeutung „Beurteilung“ oder „Entscheidung“ – war also neutral. Erst später bekam es die Zusatz-Bedeutung „Zuspitzung“. Eine Krise ist also der Höhepunkt einer negativen Entwicklung Wir befinden uns also in einer Extremsituation, mit der wir in diesem Moment nicht umgehen können.

Krisen können vielfältige externe Auslöser haben: Krankheiten, Todesfälle, Trennungen, Entlassungen oder andere starke berufliche Veränderungen. Es können aber auch Sinn- und Lebenskrisen sein, die uns verzweifeln lassen. Was passiert, wenn wir eine akute Krise erleben:

 

 

Wir funktionieren in einer Krise also nicht mehr wie zuvor. Die Bewältigungsstrategien, die wir uns vorher erarbeitet hatten, empfinden wir als nutzlos.

 

Die vier Phasen einer Krise

Wichtig zu wissen: alle Krisen gehen vorbei, auch wenn man dies im akuten Stadium gar nicht glauben mag. Keine Krise ist wie die andere, aber fast alle laufen nach dem gleichen Muster ab:

 

 

Gefahr und Gelegenheit

Das geschriebene chinesische Wort für Krise besteht aus zwei Schriftzeichen: Gefahr und Gelegenheit. Zu Beginn sieht man ausschliesslich die Gefahr, das Negative. Aber mit der Zeit kann man idealerweise auch erkennen, dass das Vorgefallene eine positive Entwicklung bei einem auslösen kann – nur realisiert man dies leider meist erst nach der Bewältigung.

Ich hatte einmal eine Coaching-Kundin, die hatte ihren Job aufgrund von Mobbying verloren. Sie war sehr wütend auf ihren Ex-Chef, musste aber mit der Zeit erkennen, dass ihre Wut ihr gar nichts brachte – sie konnte ja ihre Entlassung nicht mehr rückgängig machen. Ihre Wut zog ihr nur Energie ab, die sie besser für ihre Neuorientierung brauchen konnte.

Als sie die Tatsache der Entlassung akzeptieren konnte und zudem erkannte, dass die Situation auch etwas Positives an sich hatte (sie musste ihren Chef, mit dem sie sich gar nicht verstand, nicht mehr sehen…), konnte sie wieder nach vorne schauen, wurde aktiv und fand nach kurzer Zeit einen tollen Job, der sogar besser war als derjenige vorher.

 

Unsere Gedanken haben einen Einfluss

Diese wahre Geschichte zeigt, dass wir mit unseren Gedanken zwar die Tatsache, die unsere Krise ausgelöst hat, nicht verändern können, aber die Art und Weise, wie wir sie bewältigen (Intensität, Dauer, Ergebnis). Unsere Gedanken schaffen unsere Realität. Dies ist wichtig für die Tipps, die ich Ihnen geben möchte:

 

 

Sie haben also sehr unterschiedliche Ebenen, auf denen Sie ansetzen können, um Ihre Krise bewältigen zu können. Entscheidend ist: seien Sie sich bewusst, dass Sie einen konkreten Einfluss darauf haben, wie schnell und wie gut Sie Ihre Krise bewältigen können. Handeln Sie!

 

© Claudia Kraaz

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