MIT DEM ATEM UNSERE GESUNDHEIT BEEINFLUSSEN

02. Mai 2017 / Allgemein
Resilienz

Wir atmen, ohne dass wir darüber nachdenken. Aber atmen wir auch richtig? Der Grossteil der Menschen atmet oberflächlich. Resultat: der Körper bekommt zu wenig Sauerstoff, und die Giftstoffe werden nicht genügend ausgeschieden. Das schadet unserer physischen und auch unserer mentalen Gesundheit. Richtig zu atmen, ist jedoch ganz einfach. Es braucht etwas Übung, aber verhilft uns zu mehr Gesundheit und auch mehr Gelassenheit.

Die Atmung ist lebenswichtig. Denn der Mensch kann nur wenige Minuten überleben, ohne zu atmen. Im Alltag ist uns das aber meistens gar nicht bewusst. Denn unsere Atmung wird automatisch über unser Nervensystem gesteuert. Wenn wir einatmen, gelangt Luft durch die Nase oder den Mund in die Lunge. Dort kommt es zu einem Gasaustausch. Sauerstoff gelangt über die Lungenbläschen ins Blut, und die Bläschen nehmen Kohlenstoffdioxid aus dem Blut auf und geben es an die Aussenluft ab.

Unser Körper braucht diese regelmässige Sauerstoffzufuhr, um funktionsfähig zu bleiben. Sonst kriegen wir Kopf- und Gliederschmerzen, werden müde und unkonzentriert. Und wenn die Giftstoffe nicht abtransportiert werden, lagern sie sich u.a. in den Gelenken und Arterien ab, und die Muskelanspannung steigt – wie auch die Gefahr für Entzündungen. Gleichzeitig hindern die Giftstoffe die Mineralstoffe daran, ihren Bestimmungsort zu erreichen.

Körperhaltung, Atemtechnik und -gewohnheiten

Die Atmung hat also einen grossen Einfluss auf unsere Gesundheit. Aber gleichzeitig können wir auch mit unserem Atem unsere Gesundheit positiv beeinflussen. Experten sind sich einig: entscheidend sind dabei Körperhaltung, Atemtechnik und -gewohnheiten. Wenn unsere Schultern nur leicht nach vorne fallen, verringert sich das Volumen des Brustkorbes. So benützen Menschen, die viel sitzen, oft nur den oberen Lappen jedes Lungenflügels. Mit dem Resultat, dass weniger Sauerstoff in unseren Körper gelangt, aber auch weniger Giftstoffe ausgeschieden werden.

1. Schritt: Bewusster atmen

Ganz entscheidend ist die Atemtechnik. Gemäss Schätzungen haben aber über 80% der Menschen eine falsche Technik. Sie atmen nur oberflächlich in den Brustkorb und dies zu hastig. Idealerweise nehmen wir etwa alle 4 Sekunden einen Atemzug, das bedeutet etwa 15 Atemzüge in der Minute. Testen Sie einmal an sich selber, was das bedeutet. Vermutlich atmen Sie gleich viel langsamer, wenn Sie sich auf Ihren Atem konzentrieren. Dann haben Sie schon etwas erreicht: Sie haben Ihre Atmung positiv beeinflusst, indem Sie sie nur beobachtet haben. Entscheidend dabei sind Gleichmässigkeit und ein natürlicher Rhythmus. Strengen Sie sich nicht an, sondern lassen Sie einfach Ihren Atem fliessen. Nur durch diese einfache Übung werden Sie feststellen, dass Sie schon ruhiger werden.

2. Schritt: Bauchatmung

Wie ich schon erwähnt habe, ist das Hauptproblem bei den meisten Menschen, dass sie zu oberflächlich atmen, nur in die Lunge (oder vielleicht sogar nur in einen Teil der Lunge). Einen sehr positiven Einfluss auf unsere Physis und unsere Psyche hat die Bauchatmung, die das Zwerchfell animiert. Legen Sie Ihre Hände auf Ihren Bauch, und atmen Sie in den Bauch hinein – am besten im Liegen oder sonst mit aufrechtem Oberkörper. Spüren Sie, wie die Bauchdecke sich hebt? Stellen Sie sich beim Ausatmen vor, dass Ihre Hände schwer sind, und nehmen Sie wahr, wie sich der Bauch durch die Bewegung des Zwerchfells zurückzieht. Das wird Sie noch mehr beruhigen und versorgt ihren Körper gleichzeitig mit mehr Energie, weil viel mehr Sauerstoff in Ihren Körper dringt – also ein doppelter Gewinn!

Noch zwei weitere Tipps für eine „richtige“, d.h. gesunde Atemtechnik resp. -gewohnheiten: 1) Atmen Sie durch die Nase ein und nicht durch den Mund. Wieso nicht durch den Mund einatmen? Wenn man durch die Nase einatmet, wird die Luft erwärmt, befeuchtet und von den groben Schadstoffen gefiltert. Das heisst, Sie atmen bessere Luft ein, und interessanterweise hat diese Nasenatmung auch einen positiven Effekt auf Ihr Gehirn, wie eine Studie der Northwestern University Feinberg School of Medicine zeigt: http://www.jneurosci.org/content/36/49/12448. Menschen, die durch die Nase geatmet haben, können sich besser Gegenstände merken und schneller Gesichter erkennen.

2) Wenn Sie Ihr Nervensystem stark beruhigen wollen, atmen Sie länger aus als ein. Wenn Sie gestresst sind oder sich aufregen, versuchen Sie’s mal mit einem langen Ausatmen. Das hat einen sehr positiven Einfluss auf das Zentralnervensystem. So können Sie z.B. beim Einatmen auf 4 zählen und beim Ausatmen auf 6. Nach ein paar wenigen Minuten werden Sie den Effekt spüren. Sie sind viel ruhiger und gelassener. Denn im Gegensatz z.B. zum Blutdruck oder Herzschlag können wir die Atmung bewusst beeinflussen – und unserem Körper und unserer Psyche etwas Gutes tun.

 

© Claudia Kraaz

 

 

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