Entscheiden leicht gemacht

11. September 2020 / Allgemein
Resilienz

Dauernd treffen wir Entscheide – gemäss Experten sind es 20‘000 bis 100‘000 täglich. Die meisten Entschlüsse fällen wir blitzschnell: soll ich die blaue oder die schwarze Hose anziehen? Gehen wir heute Abend in den Italiener oder den Chinesen? Schwer tun wir uns aber damit, wenn wir Entscheidungen treffen müssen, die einen grossen und nachhaltigen Einfluss auf unser künftiges Leben haben. Eines ist klar: die schlechteste Entscheidung ist, sich nicht zu entscheiden.

Noch nie konnten wir so viel entscheiden wie heute – und dies mit einer riesigen Auswahl in fast allen Lebensbereichen: von der Berufswahl über den Wohnort bis zur Partnerwahl. Die Liste an Optionen ist potenziell unbegrenzt. Oder kennen Sie alle Berufe, die es auf der Welt gibt? Fakt ist: je grösser die Auswahl, desto schwerer tun wir uns mit der Entscheidung. Psychologen nennen dies die „Tyrannei der Wahl“.

Und häufig fällen wir Entscheide, ohne uns bewusst zu werden, was genau die Gründe für unseren Entschluss sind. Denn es gibt viele Einflussfaktoren: (un)bewusste Beeinflussung durch unser Umfeld, unsere Erwartungen an uns selber, Hormone (z.B. macht Testosteron risikofreudiger), Verkäufertricks, die Macht der Gewohnheit – verbunden mit der Angst vor einer Veränderung – usw.

 

Lieber das bekannte Unglück

Bei Entscheiden hemmt uns häufig die Verlustangst. Denn wenn ich mich FÜR etwas entscheide, bedeutet dies ja auch gleichzeitig, dass ich mich GEGEN etwas anderes entscheide. Und wenn ich etwas Gewohntes loslassen muss, fällt mir dies umso schwerer – und zwar aus zwei Gründen: 1) Wenn mir etwas vertraut ist, schüttet mein Gehirn das Glückshormon Dopamin aus. Dies gibt mir ein gutes Gefühl. 2) Das Gewohnte bedeutet: ich weiss, was ich habe. Bei einer neuen Option ist der Ausgang offen. Da entscheiden sich viele Menschen für das Bestehende – nach dem Motto: „lieber das bekannte Unglück als das unbekannte Glück“. Doch macht dies wirklich immer Sinn? Sie kennen die Antwort: manchmal vielleicht ja, aber tendenziell eher nein!

Ganz viele Leute wenden bei wichtigen Entscheidungen eine nicht erfolgreiche Strategie an: sie schieben die Entscheidung vor sich her, und manchmal fassen sie sogar keinen Entschluss. Sie haben Angst vor den Konsequenzen und scheuen sich davor, Verantwortung zu übernehmen. Am liebsten wären sie zu 100% sicher, dass ihr Entscheid der richtige ist. Aber leider können wir – wie erwähnt – nicht in die Zukunft schauen und kennen also die Folgen unseres Entschlusses zum Zeitpunkt, an dem wir ihn fassen, nicht. Dies führt dann dazu, dass wir gar nicht entscheiden. Aber sich nicht zu entscheiden, ist auch eine Entscheidung! Sie führt nämlich dazu, dass alles beim Alten bleibt, was nicht immer schlecht sein muss, aber doch auch häufig die Fortsetzung des bekannten Unglücks sein kann.

 

Kopf und Bauch einbeziehen

Von meinem ehemaligen Chef Oswald Grübel, Ex-CEO von Credit Suisse und UBS, habe ich gelernt: Lieber entscheiden und einen Fehler machen, den man dann korrigieren kann, als gar nicht entscheiden. Deshalb lade ich Sie ein, Mut zu zeigen und zu entscheiden. Folgende Tipps könnten Ihnen dabei helfen:

 

 

Zum Abschluss als Fazit eines meiner geliebten Zitate – dieses Mal von der legendären amerikanischen Sängerin Joan Baez: „Du kannst nicht wählen, wie du stirbst und wann. Aber du kannst bestimmen, wie du lebst. Jetzt!“

 

© Claudia Kraaz

Blog via E-Mail abonnieren

Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.