KONFLIKT-MANAGEMENT IST EMOTIONS-MANAGEMENT

03. Mai 2018 / Allgemein
Resilienz

Kaum jemand liebt Konflikte. Aber gleichzeitig sind wir sehr häufig mit ihnen konfrontiert, und sie kosten uns meistens sehr viel Energie. Deshalb ist es wichtig, dass wir lernen, wie wir sie vermeiden und wie wir sie lösen. Das Wichtigste vorab: Konflikt-Management ist IMMER Emotions-Management. Wie manage ich also die Emotionen meines Gegenübers und meine eigenen?

„Es gibt Studien, die zeigen, dass Führungskräfte bis zu 30% ihrer Zeit mit Konfliktklärung verbringen und dass etwa 15% der Gesamtarbeit eines Unternehmens mit Konfliktbewältigung zu tun hat“, sagt Ursula Wawrzinek, deutsche Konfliktberaterin und Autorin von „Vom Umgang mit sturen Eseln und beleidigten Leberwürsten“. Mit meiner Erfahrung als Konflikt-Coach kann ich sagen: ich denke, sie hat Recht – und auch wenn Sie keine Führungskraft sind, dürften Sie immer wieder mit Konflikten konfrontiert werden. Das Schwierige daran: Konflikte kosten meistens sehr viel Energie und belasten einem häufig über den Zeitpunkt des Konflikts hinaus, sind also Energiefresser mit langer Halbwertszeit.

Wieso entstehen denn überhaupt Konflikte? Thomas Hobbes, englischer Philosoph aus dem 17. Jahrhundert, führte damals schon drei Hauptgründe an: Konkurrenz, Mangel an Selbstvertrauen und Sucht nach Anerkennung – also keine rein sachlichen Gründe. Man streitet zwar meistens über eine bestimmte Sache, aber der eigentliche Grund liegt ganz woanders. Das ist entscheidend, wenn man Konflikte lösen (dazu im nächsten Blog am 22. Mai) oder – noch besser – vermeiden will.

 

Konflikte vermeiden

Was kann ich nun tun, um Konflikte möglichst zu vermeiden? Wenn Sie z.B. mit einem Kollegen am Arbeitsplatz ein Thema ausdiskutieren möchten, wählen Sie dafür einen günstigen Zeitpunkt. Ihr Kollege darf nicht verärgert, gestresst oder in Zeitnot sein – und Sie selber auch nicht. Denn sonst braucht es nicht viel, bis der Dampfkochtopf explodiert. Bevor Sie auf Ihren Gesprächspartner zugehen, überlegen Sie auch, was eigentlich Ihr Motiv ist, wieso Sie eine Aussprache wollen. Möchten Sie einfach etwas loswerden? Möchten Sie etwas klären? Oder wollen Sie Ihre Beziehung zu Ihrem Gesprächspartner verbessern? Letzteres wäre selbstverständlich das Ideale.

Und welche Tipps gibt es für das effektive Gespräch, um möglichst einen Konflikt zu vermeiden:

 

 

Das Wie in Ihrer Kommunikation

Ratsam ist auch, die Palette des nicht-aggressiven Verhaltens einzusetzen:

 

 

Aber nicht nur das Gesagte ist wichtig bei einem Konflikt. Auch die Körpersprache hat einen grossen Einfluss, wie etwas bei Ihrem Gegenüber ankommt (mehr dazu in meinem Blogbeitrag zum Thema Kommunikation). Achten Sie deshalb auf:

 

 

Ihr Gesprächspartner nimmt alles wahr – bewusst oder unbewusst. Und seine Interpretationen des Gesagten und Gesehenen haben einen Einfluss auf seine Emotionen und dadurch auf seine Reaktionen. Nächstes Mal dann mehr zum Thema, wie Sie die Emotionen Ihres Gegenübers und Ihre eigenen beeinflussen können, wenn ein Konflikt schon ausgebrochen ist.

 

© Claudia Kraaz

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